unterm Hut

Was sich unterm Hut so tut? Ganz viel historisches Fechten, das ist doch ganz klar. Mit vielen verschiedenen Waffen  und diesem Bartitsu wird das beigebracht.

Warum das „historisch“ vor dem Fechten steht?

Es ging doch vorher auch ohne.
Man glaubte lieber schrägen Büchern, Kinofilmen, und leider auch manchen Geschichtslehrern, die von schwerfälligen, plump prügelnden Blechdosen erzählten.

Das klang ja auch so bequem, nach dümmlichen scheppernden Blecheimern, denen man sich überlegen fühlte. Also wurden Vorurteile, Epochen, Märchen und Filme fleißig mit der Realität verwechselt.

Erst in den 1990er Jahren fragten sich ein paar Sucher durch verschiedenste Museumsbibliotheken.
Sie fanden jede Menge alte Manuskripte von echten Meistern des späten Mittelalters und erlebten eine Überraschung.

Kein Wort
von grölenden Haudraufs, die sich mit zentnerschweren Stahlplanken gegenseitig in den kargen Boden stampften oder in tonnenschweren Rüstungen immer von selbst umfielen.

Stattdessen fanden sie:
seitenweise richtige Kampfkunst-Techniken.

Aber was bitte sollte: Absetzen, Zucken, Wasilistus, Brenntschiren, Duplieren und Zwirchen heißen?

Keiner konnte es den Suchern mehr sagen.

Also gings in Europa und Amerika munter ans Entziffern der Zettel und ans Rekonstruieren, was sich auf Ringeck so alles ficht.
Da wurde gehauen, gestochen, gehebelt, getroffen, verfehlt, verzweifelt und neu angefangen, bis die Zahl der funktionierenden Techniken denen der blauen Flecken entsprach.

Als man endlich genug Techniken und Flecken zusammen hatte, da brauchte man einen neuen Namen für diese alte Kunst.
Einen eigenen Namen, damit man nicht mit diesen anderen Fechtern verwechselt wird.

Alle Beteiligten einigten sich auf historisches Fechten.

Und was ist jetzt ein Ringeck?

Nun, das war ein Mann und keine rund gedrehte Waffe.
Wobei er sich mit Waffen richtig gut auskannte und Zettel vollschrieb.
Er war ein Meister des Schwertes, aber kein Angeber.
Drum nennt er einen anderen als Meister:
Johannes Liechtenauer.

Der hat im 13. Jahrhundert die Lande bereist, um die wahre Fechtkunst zu finden.
Er hatte Erfolg.
Liechtenauer fand meisterliche Techniken, mal in einem Land bei einem Meister, mal im anderen beim Nächsten. Als er genügend davon gefunden hatte, fügte er die alle nützlichen Techniken zu einem durchschlagenden Ganzen zusammen.

Dieses Bild soll ihn zeigen.

Sonst wissen wir nur wenig über sein Leben.
Sein Wissen hat er in verschlüsselten Reimen oder Merkversen nur seinen Schülern hinterlassen.

Aber die wollten diese Kunst nicht so verschlüsselt lassen und schrieben erklärende Glossen.
Wie z.B. der oben genannte Meister Sigmund (Schining ain) Ringeck.



Das soll er sein.
Seine Glossen, die er Zettel nannte, waren die ergiebigsten, die man wiederfand. 
Aber auch Peter von Danzig und Judd Lew schrieben auch übers lange Schwert und das so ähnlich, dass  man sich in Fachkreisen fragt, ob das nicht alles derselbe Autor sein könnte. 
Man wird es bald herausfinden oder auch nicht.

Jedenfalls fingen nun auch die anderen Meister an fleißig zu schreiben:
Peter Falkner, Filippo Vadi, Paulus Kal und  der berüchtigten Hans Talhoffer, der den historischen Fechtern eine Weile im Magen lag, weil er verschiedene Waffen fast ohne Text zeigte. Dann der Pfarrer Johannes Lecküchner, der das lange Messer so liebte und die Herren Mair und Meyer brachten auch noch viele Seiten dazu.

Aber da gibt’s noch viele Meister mehr!

Die Wiktenauer Plattform weiß es ganz genau, dass man Capo Ferro, Salvator Fabris und Domenico Angelo und viele andere Fechtmeister mehr, nicht vergessen darf.
Deswegen sind die auch gesammelt und aufgelistet.

In Wiktenauer
kann man sie alle finden und viele, viele Wochen Scans anschauen, Transkriptionen lesen, und Inhalte vergleichen und weil’s so viel war gleich nochmal von vorne anfangen und dann…

Ach, Sie wollen gar nicht bis nächstes Jahr nachlesen?

Na gut, dann gehen Sie einfach zur nächsten Frage.


Was zeigt mir dieser Fecht-Hut, wenn ich hinkomme?

Viel, wenn Sie neugierig sind.
Und keine Angst, der Hut, der wird Ihren Kopf nicht abmessen, um Ihnen dann komische Hüte drauf zu quetschen, weil Sie Wiktenauer nicht ganz gelesen haben.

Er wird Sie auch nicht verscheuchen, wenn Sie ein gut belesener Kappenträger sind.
Dieser Hut zeigt Ihnen, wie Sie ganz viele Tricks der oben genannten Meister richtig gut nutzen können.
Auch wenn Sie gar keinen Hut besitzen.

Der Ringeck hatte wohl auch keinen.

So viel Lesen macht müde?

Keine Sorge,
beim Fechten werden Sie wieder hellwach, und das ganz ohne Kaffee.
Denn beim Fechten bleibt keine Zeit für den gleichförmigen Alltag.
Auf den wartet hier nämlich keiner. Also muss er mit den Vorurteilen draußen bleiben.

Stattdessen
ist da dieser andere Fechter vor Ihnen, der einfach nicht stehenbleibt, um auf Sie zu warten.

Jetzt
können Sie es mit elegantem Posing versuchen.
Das freut den anderen Fechter, denn so eine Fechtmaske ist ein gutes Ziel, besonders wenn sie so schön posiert.

Oder
Sie versuchen, wie der wilde Watz alles wegzuschlagen, was der andere Fechter nach Ihnen haut.
Das freut den Kerl noch mehr, weil Sie nur seinem Schwert nachfuchteln und ihn selbst nichts trifft.
Dann

lernen Sie ganz schnell, was der Meister in der 600 Jahre alten Handschrift Hs.3227a voraussagte:
“ Keiner kann sich ohne Gefahr schützen“.

Naja,
eigentlich sagte er: „sich schutzt kein man ane var“, das bedeutet aber trotzdem dasselbe.
Auf Ihrer Fechtmaske macht es Bumm.

Oder
Sie lernen vor dem anderen Fechter zu handeln, das ist dann Ihr Vor-teil.

Aber, wenn das Vor nicht klappt?
Na, dann wehren Sie sich mit dem Indes. Das wirkt eigentlich fast immer.

Aber, wenn eine Technik nicht will?
Ja, dann zeigt Ihnen der Hut einfach die Nächste. Die nutzen Sie dann, ohne auf diesen anderen Fechter zu warten. Der wartet ja auch nicht auf Sie.

Aber, wenn der andere mir die Waffe wegnimmt?
Dann können Sie ganz schnell wegrennen und sich hinter dem Fecht-Hut verstecken, dann muss der sich was unter dem Hut herausschütteln.

Jedenfalls langweilig wirds dabei nie, denn:

Warum nicht gleich ein paar Waffen mehr lernen?

Wenn es so eine große Auswahl zu entdecken gibt, da muss man ja nicht an einer Einzigen klebenbleiben.

Denn hinter jeder Parierstange da können Sie wieder viele Techniken finden.
Das kann auch ein Vor-teil sein.
Also lernen Sie bei Fecht-Hut mit System der Klingen im Grundtraining ein paar Waffen mehr kennen.
Dafür hat der Hut dieses System ja entwickelt.



Im Aufbautraining entscheiden Sie, ob nun ein oder doch ein paar Lieblingswaffen mehr werden.
Zur Auswahl stehen:
Der Buckler mit dem kurzen Schwert,  Scheibendolch , das lange Schwert , das lange Messer,das Rapier , der Hofdegen , der Säbel, und die Mordaxt.
Die kann man natürlich auch alle kombinieren oder parallel lernen.

Aber wenn das so viele Sachen sind?
Dann ist das nicht schlimm.
Bis jetzt hat sich noch keiner verirrt.
Nur mit dem Alles-gleichzeitig-lernen, das will noch nicht funktionieren.
Aber den Vor-teil finden, beim Lernen eine Menge Spaß haben, das klappt immer wieder.


Verlieren können Sie dabei auch nichts, außer ein paar fiesen Kalorien.

Sie sind eine Frau und wollen das lernen?

Gut.

In der ältesten bis jetzt bekannten Handschrift, dem sogenannten Towerfechtbuch (I.33) zeigen die letzten Seiten eine Frau namens Walpurgis, die mit dem Priester Schwert und Bucklerkampf übt.



Walpurgis hat ein ganzes Schwert in der einen Hand und gleichzeitig einen Faustschild in der anderen.

Sie ist  gar nicht breit gebaut,und bricht trotzdem nicht darunter zusammen.

Sie haut sogar ihren Lehrer!

Dabei hält sie das Schwert wirklich nur mit einer Hand!
Also kann Schwert nicht von zu „schwer“ kommen.

Aber, wenn ich gegen einen Mann fechte?
Na, der oben gezeigte Priester war doch ein Mann

und die Walpurgis zeigt, wie sie den Kerl treffen kann.

Ein alter Fechtmeisters sagte das so:
„Hüte dich vor einer Frau mit einem Schwert in der Hand.“ 
Also nach dem Gefecht mit der Frau sagte er das.

Wenn Sie jetzt noch wissen wollen, was das Ganze mit einer Packung Zucker oder Mehl zu tun hat, dann fragen Sie mich doch mal:  ingo@fecht-hut.de

Und was ist jetzt dieses Bartitsu ?

Hinter diesem ulkigen Namen steckt tatsächlich eine gut gemischte Selbstverteidigung und kein Pub mit schlecht gezapftem Bier.

E.W. Barton-Wright hatte die Idee in seiner Selfdefense for Ladies and Gentlemen, Östliches mit Westlichem zu verbinden.  Also brachte er von jeder Kampfkunst das Beste und Nützlichste mit nach London, um eine Selbstverteidigung zu zeigen, die auf ganz verschiedene Situationen reagieren kann.

Man bekam schon mit dem westlichem Savate, Scientific Boxing, Ringen und Stockfechten eine anpassungsfähige Mischung.
Den östlichen Anteil dieser gemischten Selbstverteidigung stellen Elemente des Jiu Jitsu zur Verfügung.

Und weil er dieses Jitsu aus Japan mitgebracht hatte, durfte er es auch Barton-Itsu, also Bartitsu nennen.
Das tat er dann auch.

Vor allem in alten Pears Magazinen kann man sehen, wie gern er das tat.
So erfuhr um 1899 bald jeder in London, dass es mit diesem Bartitsu etwas Neues zu verteidigen gab.
Wen auch immer das auflagenstarke Magazin erreichte, oder wer die Vorführungen und freien Kämpfe sah, der wurde umworben.

Die Idee alles gut zu mischen und nur das Beste zu nutzen, brachte den Erfolg.
So konnten sich nun Ladies und Gentlemen verteidigen lernen.

Bartitsu  gehört zum festen Angebot von Fecht-Hut und verursacht hier keine zusätzlichen Kosten.
Die gezeigten Techniken stammen aus den Pears Magazinen von 1900.


Aber wenn Sie eine Frau sind?
Na dann schauen Sie mal die Bildchen an…



Wie sich die Suffragetten vor 120 Jahren für das Wahlrecht der Frau einsetzten.
Das machte sie unbeliebt und so mussten sie sich nicht nur gegen Straßenrowdies, sondern auch noch gegen die Schlagstock schwingenden Bobbies zur Wehr setzen.
Sie müssen sich gut gewehrt haben. Wie die Bildchen und alte Berichte zeigen. Denn damals  waren es die körperlich starken Bobbies, die das Straßenpflaster „küssten“.
Womit sich auch die Frage, ob Frau das lernen kann, von selbst beantwortet.
Es stand ja auch schon in der Zeitung.

Sie wollen noch mehr über Fecht-Hut wissen?
Dann schreiben Sie uns einfach und unverbindlich an: ingo@fecht-hut.de

Besondere Angebote von Fecht-Hut:

Intensivseminar SdK,
wenn Sie nicht so viel Zeit haben, viel lernen und den Inhalt des Seminars später noch können wollen, dann ist dies das passende Angebot für Sie. Nutzen Sie das von Fecht-Hut entwickelte Original.

Extensivseminar SdK,
ein von Fecht-Hut entwickelter Kurs, der einen betont anderen Weg geht, als es im hektischen Alltag üblich ist.

Gruppenaufbau SdK:
wenn Sie Ihre Gruppe neu ausrichten oder ganz neu aufbauen wollen, ohne in Abhängigkeiten übergeordneter Gruppierung zu geraten.

Seniorentraining SdK:
Denn mit 50+ ist noch lange nicht Schluss.

Aktiv Vorträge,
wenn Sie mehr wollen, als nur im Sessel sitzen.

Bei weiteren Fragen, schreiben Sie einfach unverbindlich an —>   ingo@fecht-hut.de 

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Copyright für die Fecht-Hut Texte: Ingo Litschka

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